{"id":971,"date":"2020-08-03T06:30:02","date_gmt":"2020-08-03T04:30:02","guid":{"rendered":"https:\/\/talentcenter.tertia.de\/duesseldorf\/?p=971"},"modified":"2020-08-10T08:39:45","modified_gmt":"2020-08-10T06:39:45","slug":"digitalisierung-und-die-veraenderung-der-arbeitswelt-teil-iii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/talentcenter.tertia.de\/duesseldorf\/digitalisierung-und-die-veraenderung-der-arbeitswelt-teil-iii\/","title":{"rendered":"Digitalisierung und die Ver\u00e4nderung der Arbeitswelt: Teil III"},"content":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column][vc_column_text]Im dritten Teil meines Blogbeitrages m\u00f6chte ich gemeinsam mit Ihnen dar\u00fcber nachdenken, was nach der Pandemie kommen kann. Auch hier k\u00f6nnen aus der Geschichte spannende R\u00fcckschl\u00fcsse gezogen werden, obwohl diesmal nach Corona alles auch ganz anders kommen kann.<!--more--><\/p>\n<h2>3. Teil: Was kommt nach der Pandemie?<\/h2>\n<h3><strong>K\u00f6nnen Pandemien positive Auswirkungen haben?<\/strong><\/h3>\n<p>Gesch\u00e4tzte 25 Millionen Menschen in ganz Europa starben bei der gr\u00f6\u00dften Pandemie der Geschichte. Ab 1346 w\u00fctete, \u00fcber Rattenfl\u00f6he verbreitet, der Schwarze Tod, die Pest. 1349 erlie\u00df der englische K\u00f6nig mit dem &#8222;Ordinance of Labourers&#8220; das erste Arbeitsgesetz \u00fcberhaupt. Durch die dramatische Todesrate fehlten in England wie auf dem gesamten Kontinent Arbeitskr\u00e4fte, vor allem in der Landwirtschaft. Ernten wurden nicht mehr eingebracht, Felder nicht mehr bestellt und K\u00fche nicht mehr gemolken, die Not spitzte sich zu. Via Gesetz konnten M\u00e4nner und Frauen bis 60 Jahre zum Arbeitsdienst zwangsverpflichtet werden. Auch f\u00fcr das Handwerk.<\/p>\n<p>Geregelt wurde aber auch, dass alle denselben Lohn wie vor der Pest bekamen. Verweigerern drohte Gef\u00e4ngnis. So erzwang die Pest die ersten Arbeitsgesetze. In den St\u00e4dten konnten sich schlie\u00dflich sogar h\u00f6here L\u00f6hne durchsetzen. Die Z\u00fcnfte lie\u00dfen nun Mitglieder zu, die vorher keine Chancen gehabt hatten. Der Lebensstandard stieg. Nach der Pest folgte das goldene Zeitalter der Arbeit.<\/p>\n<p>Auch die Cholera-Epidemie von 1830 l\u00f6ste eine globale Krise aus. Sie hatte ihren Ursprung in Indien, breitete sich \u00fcber Handelswege nach Russland aus, von dort nach Mittel- und Westeuropa und in die USA. In den darauffolgenden 30 Jahren flackerte die Seuche in Europa immer wieder auf. In Deutschland starben eine halbe Million Menschen. Die Politik wurde zum Handeln gezwungen und sorgte f\u00fcr die ersten Kanalisationen und f\u00fcr die Trennung von Abwasser und Trinkwasser. Es wurde verordnet, dass keine F\u00e4kalien mehr ins Erdreich sickern durften. Die Hygiene war entdeckt und hielt auch Einzug ins Arbeitsleben. In Preu\u00dfen wurde das erste \u201eAmt f\u00fcr Seuchenschutz\u201c eingerichtet.<\/p>\n<p>Langfristig k\u00f6nnen Pandemien den Menschen also helfen sich anzupassen und Ihre Situation zu verbessern. Die Beispiele belegen dies, so zynisch es angesichts von Millionen Toten auch ist.<\/p>\n<h3><strong>Corona stellt alles auf den Kopf<\/strong><\/h3>\n<p>Nun ist Corona und es ist anders. Denn das gab es noch nie: Fast die gesamte Welt, bis auf ein paar Staaten, die die Gefahr verleugnen, l\u00e4sst sich auf eine Rezession ein, um die Pandemie zu bek\u00e4mpfen. Die Politik und die Gesellschaft stehen weiterhin vor der Wahl: Wirtschaftliche Sch\u00e4den akzeptieren, um die Seuche einzud\u00e4mmen oder viele Tote riskieren? Was die jetzige Pandemie von allen anderen unterscheidet ist, dass der gr\u00f6\u00dfte Teil der Welt die negativen \u00f6konomischen Konsequenzen akzeptiert, um den Kollaps der Gesundheitssysteme zu verhindern und Menschenleben zu retten. Mittlerweile erkl\u00e4rt sogar Donald Trump, dass es sinnvoll sei, eine Maske zu tragen.<\/p>\n<p>Vor Corona im Februar 2020 lag die Zahl der Arbeitssuchenden in Deutschland bei rund 2.4 Millionen Menschen. Bis Juli ist diese Zahl auf etwa 2.9 Millionen Menschen gestiegen und die Rezession steht erst am Beginn. Bei der Kurzarbeit gibt es Anzeichen f\u00fcr eine Verbesserung der Lage, aber ich bef\u00fcrchte, wir sind noch lange nicht raus aus dem Schlamassel.<\/p>\n<p>All dies geschieht in Zeiten, in denen die Arbeitswelt durch die Digitalisierung vor einer gro\u00dfen Umw\u00e4lzung steht. Nicht wenige sagen vorher, dass in den n\u00e4chsten 20 bis 30 Jahren durch den Einsatz von Robotern, Maschinen und k\u00fcnstlicher Intelligenz eine Vielzahl an Stellen wegf\u00e4llt. Anders als bei vergangenen industriellen Revolutionen werden aber nicht so viele neue Arbeitspl\u00e4tze in neuen Berufsbildern entstehen. Denn die M\u00e4rkte der Welt zielen durch die Globalisierung eher auf Effizienz und Kostenreduktion, was ebenfalls Arbeitspl\u00e4tze fordert.<\/p>\n<p>Oder l\u00e4sst sich die Digitalisierung aufhalten? Die Antwort: Corona sorgt f\u00fcr das Gegenteil und das ist f\u00fcr unsere Weiterentwicklung gut. Die \u00e4ltere Generation entdeckt die digitalen Medien, um in Kontakt mit der Familie und der Au\u00dfenwelt zu bleiben. Die Handwerkskammer K\u00f6ln hat auf den Beratungsbedarf Ihrer Mitglieder reagiert und setzt verst\u00e4rkt E-Learnings in Form von kostenlosen Webinaren ein. Die IHK-Stiftung f\u00fcr Ausbildungsreife und Fachkr\u00e4ftesicherung erweitert Ihr Angebot ebenfalls um kostenlose Webinare, um berufliche Integration zu f\u00f6rdern. Die Teilnehmer werden hier auf die Aufnahme einer (dualen) Ausbildung oder Arbeit vorbereitet <a href=\"http:\/\/www.ihk-stiftung.koeln\">(www.ihk-stiftung.koeln)<\/a>. Ein letztes Beispiel: \u00c4mter forcieren die digitale Abwicklung in B\u00fcrgerangelegenheiten, so dass nicht mehr der halbe Tag verloren geht, wenn wir zuk\u00fcnftig den Personalausweis verl\u00e4ngern m\u00fcssen.<\/p>\n<h3><strong>Bedingungsloses Grundeinkommen<\/strong><\/h3>\n<p>Nochmal gefragt: L\u00e4sst sich die Digitalisierung aufhalten? Wagen wir ein Experiment. Fragen wir in der Europ\u00e4ischen Union 1.000 Achtzehnj\u00e4hrige, worauf sie eher bereit sind zu verzichten. Ihr Smart-Phone oder ihr Wahlrecht? Was glauben Sie, wird die Mehrzahl antworten?<\/p>\n<p>Nun, was w\u00e4re, wenn die Digitalisierung, mit ihren erst einmal erschreckenden Prognosen langfristig doch einen Menschheitstraum wahrwerden l\u00e4sst? Ist es nicht ein Vorteil, wenn Berufsbilder, die durch monotone und erm\u00fcdende T\u00e4tigkeiten gepr\u00e4gt sind, f\u00fcr Menschen wegfallen, weil Roboter sie machen? Was w\u00e4re, wenn wir durch die Digitalisierung in einer Gesellschaft leben, in der viele Menschen arbeiten, aber nicht alle f\u00fcr Geld? Eine Gesellschaft, in der Menschen sich verwirklichen und sich nur mit Dingen besch\u00e4ftigen, die sie wirklich interessieren und die Ihnen Spa\u00df machen. Klingt doch super.<\/p>\n<p>Was w\u00e4re, wenn mit Blick in die Zukunft nicht die Frage gestellt wird, wie <strong>werden<\/strong> wir leben, sondern wie <strong>wollen<\/strong> wir leben?<\/p>\n<p>Der Begriff des \u201eBedingungslosen Grundeinkommens\u201c existiert bereits Jahrhunderte. Bitte verstehen Sie mich richtig. Ich schicke voraus, dass ich nicht wei\u00df, wie ein solches Zukunftsprojekt \u00fcberhaupt in die Umsetzung gebracht werden kann. Denn eines ist klar: Die erste Frage, die in Deutschland bei diesem Thema gestellt wird, ist: \u201eWieviel kostet das?\u201c Und eben nicht: \u201eWas bringt uns das?\u201c<\/p>\n<p>Mein Wissen zur Finanzierung des \u201eBedingungslosen Grundeinkommens\u201c, beschr\u00e4nkt sich auf einen Vortrag des bereits in dieser Serie erw\u00e4hnten Philosophen Richard David Precht. Der erkl\u00e4rt, dass das Geld \u00fcber eine Finanzaktionssteuer eingeholt werden kann. Es k\u00f6nne so jeder Deutsche im Monat 1.500 \u20ac erhalten (Kinder evtl. etwas weiniger), ohne daf\u00fcr eine Gegenleistung erbringen zu m\u00fcssen und ohne, dass der Staat sich neuverschuldet. Details zu erl\u00e4utern sprengt hier den Rahmen.<\/p>\n<p>Aber allein die psychologische Komponente hat Schlagkraft. Die finnische Regierung hat dieses Experiment in der Praxis an 2000 Menschen \u00fcber zwei Jahre lang ausprobiert. Das Ergebnis: Die Besch\u00e4ftigung wurde nicht forciert, aber den Teilnehmern, die vorher Arbeitslosengeld-Empf\u00e4nger waren, ging es gesundheitlich besser, als vor der Studie. W\u00fcrde das nicht schon irgendwie reichen?<\/p>\n<p>Die Politik muss sich irgendwann mit diesem Thema besch\u00e4ftigen. Aber k\u00f6nnen wir darauf warten? Nein, k\u00f6nnen wir nicht. Nutzen sie die Zeichen Coronas. Nutzen Sie E-Learning Angebote, bilden Sie sich fort. Gehen Sie den Weg der Digitalisierung mit. Es wird sich lohnen, wenn Sie sich darauf einlassen und nicht warten, bis andere f\u00fcr Sie handeln.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row css=&#8220;.vc_custom_1588690545531{background-color: #d6d6d6 !important;}&#8220;][vc_column width=&#8220;1\/4&#8243;][vc_single_image image=&#8220;849&#8243; img_size=&#8220;medium&#8220; add_caption=&#8220;yes&#8220;][\/vc_column][vc_column width=&#8220;3\/4&#8243;][vc_column_text]<strong>\u00dcber den Autor:<\/strong> Werner Dressler startete als Jobcoach bei der TERTIA in Bergheim und ist in gleicher Funktion seit Februar 2020 bei der TERTIA in D\u00fcsseldorf t\u00e4tig. Sein Berufsleben ist gepr\u00e4gt durch Beratert\u00e4tigkeiten in den Bereichen Vertrieb und im Marketing. \u00dcber zw\u00f6lf Jahre war er als selbst\u00e4ndiger Agenturleiter t\u00e4tig. Im Talentcenter ber\u00e4t Herr Dressler Menschen bei Ihrer Berufs- und Karriereplanung. Seine Schwerpunkte: Bewerbungscoaching, Selbstpr\u00e4sentation und Kommunikation.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column][vc_column_text]Im dritten Teil meines Blogbeitrages m\u00f6chte ich gemeinsam mit Ihnen dar\u00fcber nachdenken, was nach der Pandemie kommen kann. 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