{"id":1358,"date":"2022-04-20T13:30:38","date_gmt":"2022-04-20T11:30:38","guid":{"rendered":"https:\/\/talentcenter.tertia.de\/duesseldorf\/?p=1358"},"modified":"2022-04-12T14:20:08","modified_gmt":"2022-04-12T12:20:08","slug":"das-anschreiben-teil-i","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/talentcenter.tertia.de\/duesseldorf\/das-anschreiben-teil-i\/","title":{"rendered":"Das Anschreiben: Teil I"},"content":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column][vc_column_text]Es ist die \u201eK\u00f6nigsdisziplin\u201c der schriftlichen Bewerbung \u2013 das Anschreiben. Nichts bereitet mehr Arbeit und f\u00fcr keinen anderen Bestandteil der Bewerbung muss man sich so viel Zeit nehmen. Immer wieder wird neuerdings aber auch die Sinnhaftigkeit des Verfassens von Anschreiben hinterfragt und manche Arbeitgeber verzichten sogar darauf.<!--more--><\/p>\n<p>Wir werden hier im TC-Blog einmal einen Rundum-Blick auf das Thema werfen: Wann ist ein Anschreiben gefragt? Worauf muss man achten? Und: Wie ist es bestellt um die Zukunft des Anschreibens?<\/p>\n<h3><strong>Stellung des Anschreibens<\/strong><\/h3>\n<p>Mit dem Anschreiben nimmt der\/die Bewerber*in Kontakt zum\/zur Arbeitgeber*in auf. Rein formal entspricht das Anschreiben der eigentlichen Bewerbung (= Absicht, sich f\u00fcr die Stelle zu melden), Lebenslauf und Zeugniskopien sind die Anlagen, sozusagen das \u201eInfomaterial\u201c zum\/zur Bewerber*in. Vor dem E-Mail-Zeitalter war es z. B. verpflichtend, der\/dem Bewerber*in die Anlagen sp\u00e4ter zur\u00fcckzusenden, w\u00e4hrend das Anschreiben als Bestandteil der Gesch\u00e4ftskorrespondenz beim Arbeitgeber verblieb. Im Zeitalter der elektronischen Kommunikation spielt das keine Rolle mehr, hier k\u00f6nnen keine Anlagen mehr \u201ezur\u00fcckgeschickt\u201c werden. Daf\u00fcr m\u00fcssen nach Ablauf der Frist die Anlagen aus Datenschutzgr\u00fcnden gel\u00f6scht werden.<\/p>\n<p>Die Grundidee hinter dem Anschreiben ist, dass der\/die Bewerber*in sich hier erkl\u00e4ren muss: Warum will er\/sie diesen Job und warum bei diesem Arbeitgeber? Es geht also um die Beweggr\u00fcnde, die hinter der Bewerbung stecken. Der Arbeitgeber erf\u00e4hrt hier, warum Sie sich f\u00fcr die Stelle in diesem Unternehmen bewerben, was Ihre Motivation ist und warum Sie glauben, dass Sie diese Stelle gut ausf\u00fcllen k\u00f6nnen. Manchmal wird deshalb auch von \u201eMotivationsschreiben\u201c gesprochen, wenn es um das Anschreiben geht, vor allem im anglo-amerikanischen Raum.<\/p>\n<p>In Deutschland ist ein \u201eMotivationsschreiben\u201c aber ein besonderes Schreiben (das im \u00dcbrigen recht selten gefordert wird) und auf dieses werden wir in einem eigenen Blogbeitrag zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt noch einmal genauer eingehen. Hier soll es zun\u00e4chst um das \u201enormale\u201c Anschreiben gehen.<\/p>\n<h3><strong>Funktion des Anschreibens<\/strong><\/h3>\n<p>Das Herausfinden der Motivation der Bewerbenden ist also die Kernfunktion des Anschreibens. Zwar ist das Anschreiben so etwas wie ein \u201eWerbebrief\u201c f\u00fcr Sie, Sie sollten bei diesem Werbebrief aber daran denken, dass es nicht nur darum geht, dass Sie im Scheinwerferlicht stehen! Es geht vor allem darum, dem Arbeitgeber zu vermitteln, warum gerade Sie gut zu ihm passen.<\/p>\n<p>Um das nachvollziehen zu k\u00f6nnen, bitte ich Sie, sich folgendes vorzustellen: Sie sind Personalverantwortliche*r in einem Unternehmen. Sie haben ein Problem und ben\u00f6tigen eine L\u00f6sung. In diesem Fall gibt es eine freie Stelle (Problem) und die muss besetzt werden (L\u00f6sung). Das ist Ihr Job! Ein Anschreiben zu einer Bewerbung, das Ihnen die L\u00f6sung Ihres Problems verspricht, wird Sie daher viel eher ansprechen, als eines, in dem der\/die Bewerber*in schreibt, wie toll er oder sie ist, auch wenn die wunderbaren Eigenschaften, die angegeben werden, gar nicht wichtig f\u00fcr die Stelle sind.<\/p>\n<p>Vermutlich werden Sie jetzt denken \u201eJa, das ist doch logisch\u201c, aber: Leider ist es tats\u00e4chlich sehr oft der Fall, dass Bewerber*innen den Fehler machen, m\u00f6glichst viel Positives \u00fcber sich aufzuf\u00fchren, in der Hoffnung, dass dann schon etwas dabei sein wird, was der Arbeitgeber gut findet. Im Zweifel ist das schlecht f\u00fcr Sie &#8211; der\/die Personalverantwortliche findet seine\/ihre \u201eL\u00f6sung\u201c nicht und langweilt sich beim Lesen der Aufz\u00e4hlung Ihrer Vorz\u00fcge. Fazit: Es geht beim Verfassen des Anschreibens darum, Anforderungen aus der Stellenanzeige aufzugreifen und eine Art Nutzenargumentation f\u00fcr sich selbst bezogen auf genau diese Stelle zu f\u00fchren.<\/p>\n<p>Genau das ist der Grund, warum Anschreiben nicht als Standard verfasst werden k\u00f6nnen, sondern in Bezug auf jeden Arbeitgeber immer wieder neu aufgebaut werden m\u00fcssen. Wie bereits erw\u00e4hnt &#8211; das Anschreiben ist \u201eArbeit\u201c und zwar immer wieder, auch wenn es einem mit zunehmender \u00dcbung nat\u00fcrlich leichter f\u00e4llt und man schon mal die eine oder andere Formulierung beibehalten kann.<\/p>\n<h3><strong>Anfang und Ende<\/strong><\/h3>\n<p>In der Theorie der sozialen Wahrnehmung und auch in der Werbewirkungsforschung ist der sog. \u201ePrimacy-Effect\u201c (auf Deutsch \u201ePrim\u00e4reffekt\u201c) bekannt. Das bedeutet, dass meist das, was am Beginn der Botschaft ist, besonders im Ged\u00e4chtnis haften bleibt (ein \u00e4hnlicher Effekt gilt \u00fcbrigens f\u00fcr das Ende der Botschaft), w\u00e4hrend die Mitte st\u00e4rker in den Hintergrund tritt. Vielleicht haben Sie schon einmal den Spruch \u201eDer erste Eindruck bleibt, der letzte Eindruck z\u00e4hlt\u201c geh\u00f6rt, er bezieht sich auf diese Wahrnehmungseffekte. Daher sind der erste und der letzte Absatz besonders wichtig im Anschreiben.<\/p>\n<h3><strong>Aufbau des Anschreibens<\/strong><\/h3>\n<p>Lassen Sie uns also auf Inhalt und Aufbau eines typischen Bewerbungs\u00acanschreibens schauen. Das typische Anschreiben ist in verschiedene Sinnabschnitte (Abs\u00e4tze) eingeteilt:<\/p>\n<p>1. Absatz = Motivation, Anlass, Begr\u00fcndung der Bewerbung<br \/>\n2. Absatz = Fachliche Qualifikationen des\/der Bewerber*in<br \/>\n3. Absatz = Pers\u00f6nliche Qualifikationen des\/der Bewerber*in<br \/>\n4. Absatz = Angabe von Fristen, <a href=\"https:\/\/talentcenter.tertia.de\/duesseldorf\/die-gehaltsverhandlung-teil-i\/\">Gehaltsvorstellung<\/a>, sonstigen formalen Aspekten, falls erforderlich<br \/>\n5. Absatz = Abschlussformel, in dem die Bereitschaft, sich zu einem Vorstellungsgespr\u00e4ch zur Verf\u00fcgung zu stellen, erkl\u00e4rt wird<\/p>\n<h3><strong>Darum geht es im ersten Absatz<\/strong><\/h3>\n<p>Warum bewerben Sie sich? Stellen Sie hier die Motivation Ihrer Bewerbung dar. Dazu kann geh\u00f6ren, wie Sie auf die Stelle aufmerksam geworden sind und warum es Sie reizt, bei diesem Arbeitgeber zu arbeiten. Im ersten Absatz entscheidet sich meist, ob der\/die Adressat*in weiter liest, deshalb sollte man hier schon Interesse und Neugierde wecken.<\/p>\n<p>Wie schreibt man nun einen \u201eguten\u201c ersten Absatz? Dass die Formulierung \u201eHiermit bewerbe ich mich\u2026\u201c schon seit ein paar Jahren in die Mottenkiste geh\u00f6rt, wissen Sie nat\u00fcrlich. Wie man es besser macht und worauf Sie achten sollten \u2013 das schauen wir uns in der n\u00e4chsten Folge dieses Blogs zum Thema \u201eDas Anschreiben\u201c an.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row css=&#8220;.vc_custom_1588690545531{background-color: #d6d6d6 !important;}&#8220;][vc_column width=&#8220;1\/4&#8243;][vc_single_image image=&#8220;848&#8243; img_size=&#8220;medium&#8220; add_caption=&#8220;yes&#8220;][\/vc_column][vc_column width=&#8220;3\/4&#8243;][vc_column_text]<strong>\u00dcber die Autorin:<\/strong> Karla Klose leitet die D\u00fcsseldorfer Niederlassung der TERTIA. Die Wirtschaftswissenschaftlerin mit \u00fcber zwanzigj\u00e4hriger Schulungs- und Coachingerfahrung setzt auf individuelles und fallbezogenes Bewerbungscoaching. Sich mit der eigenen \u201eBe-Werbung\u201c wohlzuf\u00fchlen und damit authentisch r\u00fcberzukommen, ist Ihrer Meinung nach eine wichtige Voraussetzung daf\u00fcr, selbstbewusst und erfolgreich zu sein. Ihr Schwerpunktthema ist die Kommunikationspsychologie, die im Bereich der Selbstvermarktungsstrategien immer wieder wichtiges Anwendungswissen bietet.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column][vc_column_text]Es ist die \u201eK\u00f6nigsdisziplin\u201c der schriftlichen Bewerbung \u2013 das Anschreiben. Nichts bereitet mehr Arbeit und f\u00fcr keinen anderen Bestandteil der Bewerbung muss man sich so viel Zeit nehmen. 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