{"id":1022,"date":"2020-10-09T08:40:55","date_gmt":"2020-10-09T06:40:55","guid":{"rendered":"https:\/\/talentcenter.tertia.de\/duesseldorf\/?p=1022"},"modified":"2020-10-09T08:53:57","modified_gmt":"2020-10-09T06:53:57","slug":"die-gehaltsverhandlung-teil-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/talentcenter.tertia.de\/duesseldorf\/die-gehaltsverhandlung-teil-ii\/","title":{"rendered":"Die Gehaltsverhandlung: Teil II"},"content":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column][vc_column_text]Das Bewerbungsanschreiben ist fertig, Sie sind zufrieden mit dem, was Sie formuliert haben. Aber dann f\u00e4llt der Blick auf die Stellenausschreibung und da steht: \u201eBitte senden Sie Ihre Bewerbung\u2026 unter Angabe Ihrer Gehaltsvorstellung an\u2026.\u201c. \u201eMist!\u201c, denken Sie, \u201eWas schreibe ich da blo\u00df hin?\u201c<!--more--><\/p>\n<p>Es geht also weiter mit den \u00dcberlegungen zum Thema \u201eArbeitsentgelt\u201c. Aufbauend auf den <a href=\"https:\/\/talentcenter.tertia.de\/duesseldorf\/die-gehaltsverhandlung-teil-i\/\">letzten Blogbeitrag<\/a> m\u00f6chte ich gemeinsam mit Ihnen heute einen Blick auf das Thema \u201eGehaltswunsch angeben\u201c werfen, das erfahrungsgem\u00e4\u00df viele Bewerber*innen \u2013 vor allem Berufseinsteiger*innen \u2013 als schwierig empfinden.<\/p>\n<h3><strong>Wann wird diese Frage \u00fcberhaupt gestellt?<\/strong><\/h3>\n<p>Zun\u00e4chst einmal muss klar sein, dass die Aufforderung nach der Angabe des Gehalts nicht in jeder Stellenanzeige steht. Steht sie da, sollten Sie darauf reagieren und die Angabe auch machen. Sie wollen ja nicht, dass man denkt, Sie h\u00e4tten die Stellenanzeige nicht richtig gelesen!<\/p>\n<p>Auch in Bewerberportalen und Online-Recruitingsystemen ist oft ein Feld f\u00fcr den Gehaltswunsch vorgesehen. Handelt es sich dann um ein sog. \u201ePflichtfeld\u201c und Sie bearbeiten dieses Feld nicht, k\u00f6nnen Sie Ihre Bewerbung wom\u00f6glich gar nicht absenden. Andererseits: In Berufen, in denen das Lohn- und Gehaltsgef\u00fcge klar geregelt ist, entf\u00e4llt die Frage nach dem Verdienst in der Regel. Das ist z. B. im \u00f6ffentlichen Dienst so oder wenn es eine starke Gewerkschaft gibt, die einen allgemeing\u00fcltigen Tarifvertrag f\u00fcr die jeweilige Branche errungen hat, an den der Betrieb sich halten muss. In der Anzeige steht dann blo\u00df: \u201eDie Verg\u00fctung erfolgt nach\u2026\u201c und der Fall ist erst einmal erledigt. Sollte es in Ihrer Branche aber nicht \u00fcblich sein, dass das Arbeitsentgelt festgelegt bzw. nur begrenzt verhandelbar ist oder sollten Sie sich im au\u00dfertariflichen Bereich bewegen, dann lesen Sie weiter.<\/p>\n<h3><strong>Auf die Bezugsgr\u00f6\u00dfe kommt es an<\/strong><\/h3>\n<p>Zun\u00e4chst erst einmal eine formale Sache: Wenn Sie Ihren Gehaltswunsch im Anschreiben formulieren m\u00fcssen, achten Sie auf die Bezugsgr\u00f6\u00dfen. Denn je nach Beruf und Branche sind verschiedene Bezugsgr\u00f6\u00dfen \u00fcblich. In gewerblichen Berufen, z. B. der Lager- und Logistikbranche, wird das Arbeitsentgelt meist in Stundenlohn angegeben. Zu dem eigentlichen Stundenlohn kommen gegebenenfalls noch spezielle Stundenl\u00f6hne, wie z. B. eine Nacht- oder Gefahrenzulage hinzu. Bei kaufm\u00e4nnischen Berufen ist eine Angabe des Monatsgehalts \u00fcblich und in akademischen Berufen kommt das Jahresgehalt zur Anwendung. Auch in den Bewerberportalen wird oft nach dem Jahresgehalt gefragt, dann muss man u. U. mal alles zusammenrechnen.<\/p>\n<p>In vielen Berufen gibt es dar\u00fcber hinaus eine erfolgsabh\u00e4ngige Komponente beim Arbeitsentgelt, z. B. im Vertrieb wie beim M\u00f6belverkauf oder in der Versicherungsbranche. Dann ist oft die Rede von einem Grundgehalt plus Pr\u00e4mien, Provisionen oder Erfolgsbeteiligungen.<\/p>\n<p>Bei der Angabe des Gehalts ist immer das Bruttogehalt gemeint. In welcher Steuerklasse Sie sind und was Sie absetzen k\u00f6nnen usw. ist f\u00fcr den Arbeitgeber nat\u00fcrlich nicht nachvollziehbar, deshalb eignet sich das Bruttogehalt am besten f\u00fcr Vergleiche.<\/p>\n<p>Bei der Angabe des Gehalts kommt erschwerend hinzu, ob es sich dabei um 12 oder 13 Monatsgeh\u00e4lter handeln soll. Bevor es jetzt aber zu kompliziert wird: Diese Details werden in der Regel erst im Bewerbungsgespr\u00e4ch selbst gekl\u00e4rt und m\u00fcssen nicht zwingend im Anschreiben formuliert werden. Wichtig ist aber, dass Sie sich schon einmal Gedanken dar\u00fcber gemacht haben!<\/p>\n<h3><strong>Arbeitsentgelt &#8211; f\u00fcr was genau?<\/strong><\/h3>\n<p>Klar ist: Das Arbeitsentgelt steht immer im Verh\u00e4ltnis zur geleisteten Arbeit. Die geforderte Leistung wird intern im Unternehmen in der Stellenbeschreibung abgebildet. Die Stellenbeschreibung ist Grundlage f\u00fcr die Angaben in der Stellenausschreibung, der Anzeige oder Ver\u00f6ffentlichung in einem Jobportal. Diese Stellenanzeige sollten Bewerber*innen immer sehr gut lesen und auch zu interpretieren wissen.<\/p>\n<p>Meiner Erfahrung nach ist es wichtig, sich intensiv mit der Stellenanzeige zu besch\u00e4ftigen, die Anforderungen genau zu identifizieren und ggf. auch einmal zwischen den Zeilen zu lesen. Ich habe schon zu oft erlebt, dass Kunden sich einfach auf die \u201efalschen\u201c Stellen beworben haben und dann immer wieder durch Absagen frustriert wurden, weil sie \u00fcber- oder unterqualifiziert waren. Vor allem Berufseinsteigern wie Hoch- und Fachhochschulabsolventen oder Branchenwechslern f\u00e4llt es oft schwer, hier einen \u201eAnpack\u201c zu finden.<\/p>\n<p>Wenn Sie tats\u00e4chlich die Stelleninhalte analysiert haben und wissen, was davon Sie selbst gut bzw. nicht ganz so gut k\u00f6nnen, k\u00f6nnen Sie entscheiden, ob Sie sich bewerben wollen. Nat\u00fcrlich kennen Sie sich selbst in Ihrem Metier am besten aus, aber oft hilft gerade hier der Austausch mit Ihrem Coach.<\/p>\n<h3><strong>Was ist Ihre Arbeit wert?<\/strong><\/h3>\n<p>Erst der n\u00e4chste Schritt ist dann, zu \u00fcberlegen, was f\u00fcr ein Verdienst zu dieser Arbeit geh\u00f6rt. Meiner Meinung nach sollten Bewerber nicht vergessen zu \u00fcberlegen, was ihrer Meinung nach ihre Arbeitskraft wert ist. Damit ist nat\u00fcrlich nicht gemeint, dass wir alle gaaaanz viel wert sind! Bleiben wir realistisch: \u201eVerdienen\u201c tut man viel, ob man es dann bekommt ist die andere Frage.<\/p>\n<p>Fragen sollten Sie sich vielmehr realistisch, wie Sie sich und Ihre F\u00e4higkeiten, Erfahrungen usw. einsch\u00e4tzen und wieviel Sie glauben, daf\u00fcr auf dem Arbeitsmarkt erzielen zu k\u00f6nnen. Es geht also um die Frage nach Ihrem \u201eMarktwert\u201c (auch wenn das zugegebenerma\u00dfen ein kaltes Wort f\u00fcr einen lebendigen Arbeitnehmer ist). Um diesen Wert einsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen, m\u00fcssen Sie sich gut kennen, Ihre Aktivposten auflisten und diese ins Verh\u00e4ltnis zum Markt setzen.<\/p>\n<p>Der Faktor \u201eAngebot und Nachfrage\u201c spielt \u00fcbrigens bei der Ermittlung des Marktwerts eine gro\u00dfe Rolle. Selbst wenn Sie nicht besonders qualifiziert sind \u2013 sobald es in Ihrem Beruf einen Engpass gibt, steigt Ihr Marktwert. Und umgekehrt gilt: In Zeiten der Vollbesch\u00e4ftigung haben oft auch hochqualifizierte Arbeitnehmer Probleme, eine passende Arbeitsstelle zu finden. Diesen Effekt sollte man nicht untersch\u00e4tzen. Menschen, die in einem sog. Engpassberuf arbeiten (d. h. einem Beruf, in dem gerade die Nachfrage gr\u00f6\u00dfer als das Angebot an Bewerbern ist) haben keine oder wenig Probleme, ein h\u00f6heres Gehalt zu realisieren.<\/p>\n<h3><strong>Ohne Recherche geht es nicht<\/strong><\/h3>\n<p>Um zu bestimmen, was eine bestimmte Kombination von Ausbildung, Erfahrung und K\u00f6nnen auf dem Arbeitsmarkt wert ist, ben\u00f6tigen Sie Anhaltspunkte. Wenn Sie die Stelle wechseln, haben Sie Ihr altes Gehalt als Erfahrungswert. Wenn Sie Berufs- oder Wiedereinsteiger sind oder sich beruflich oder regional umorientieren, dann fehlt Ihnen diese Gr\u00f6\u00dfe. Dann m\u00fcssen Sie sich schlau machen! Hilfreich dabei sind z. B. Internetportale, die Gehaltsvergleiche anbieten. Dazu einfach einmal unter den Begriffen \u201eGehaltsvergleich\u201c oder \u201eGehaltscheck\u201c im Netz recherchieren. Auch die Seiten der Berufsverb\u00e4nde und Gewerkschaften bieten gute Hinweise.<\/p>\n<p>Ich empfehle dann gerne folgendes Vorgehen:<\/p>\n<p>Nehmen Sie ein DINA-4-Blatt quer und ziehen Sie in der Mitte eine Linie. Ganz links tragen Sie den Betrag ein, den Sie verdienen m\u00fcssen, um alle Kosten zu decken (Miete, Essen, Versicherungen\u2026). Das ist Ihr \u201eMinimalgehalt\u201c (kleinster Wert). Ganz rechts tragen Sie jetzt ein, was f\u00fcr Sie (aber ohne zu \u00fcbertreiben!) ein sch\u00f6nes \u00fcppiges Gehalt w\u00e4re. Ich nenne das \u201erealistisches Traumgehalt\u201c (gr\u00f6\u00dfter Wert). Tragen Sie weiter (wenn vorhanden) auf dieser Linie auch Ihr altes Gehalt ein. Dann ordnen Sie weitere Werte, die Sie recherchiert haben, auf der Linie ein z. B. \u201ealtes Gehalt plus 20%\u201c, \u201eGehalt in Bayern\u201c, \u201eGehalt in gro\u00dfem Unternehmen\u201c oder \u201eGehalt mit Zusatzqualifikation X\u201c usw. Je mehr Werte Sie auf dieser Linie eintragen, desto besser.<\/p>\n<p>Der Effekt dieser Schreibarbeit ist, dass Sie ein Gef\u00fchl f\u00fcr die Zahlen bekommen, um die es geht. Im Vergleich mit der Stellenbeschreibung f\u00e4llt es Ihnen dann leicht(er), den richtigen Gehaltswunsch anzugeben oder auch einmal unterschiedliche Gehaltsangaben in verschiedenen Bewerbungen zu testen.<\/p>\n<p>F\u00fcr Berufseinsteiger, aber auch f\u00fcr Menschen, die gerade ihre berufliche Perspektive ver\u00e4ndern, ist die Frage nach der \u201erichtigen\u201c H\u00f6he des geforderten Gehalts am Anfang also zun\u00e4chst verbunden mit richtig viel Arbeit. Sie k\u00f6nnen auf keine Erfahrungswerte zur\u00fcckgreifen und m\u00fcssen erst einmal ein Gef\u00fchl f\u00fcr die H\u00f6he des Arbeitsentgelts bekommen. Die oben angegebene Methode hilft durch die Visualisierung dabei, dieses Gef\u00fchl zu entwickeln. Bei diesem Prozess kann Ihr Coach Sie \u00fcbrigens tatkr\u00e4ftig unterst\u00fctzen und als Impulsgeber und Ratgeber zur Seite stehen. Aber es ist eine Arbeit, die sich lohnt, denn es macht Sie sicherer im Bewerbungsprozess, vor allem im Bewerbungsgespr\u00e4ch.<\/p>\n<p>Wie Sie sich hier am besten darstellen, wenn es um die Frage nach der Entlohnung geht und das hier au\u00dfer dem reinen Arbeitsentgelt auch noch andere Faktoren eine Rolle spielen \u2013 darum wird es im n\u00e4chsten Blogbeitrag dieser Reihe gehen.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row css=&#8220;.vc_custom_1588690545531{background-color: #d6d6d6 !important;}&#8220;][vc_column width=&#8220;1\/4&#8243;][vc_single_image image=&#8220;848&#8243; img_size=&#8220;medium&#8220; add_caption=&#8220;yes&#8220;][\/vc_column][vc_column width=&#8220;3\/4&#8243;][vc_column_text]<strong>\u00dcber die Autorin:<\/strong> Karla Klose leitet die D\u00fcsseldorfer Niederlassung der TERTIA. Die Wirtschaftswissenschaftlerin mit \u00fcber zwanzigj\u00e4hriger Schulungs- und Coachingerfahrung setzt auf individuelles und fallbezogenes Bewerbungscoaching. Sich mit der eigenen \u201eBe-Werbung\u201c wohlzuf\u00fchlen und damit authentisch r\u00fcberzukommen, ist Ihrer Meinung nach eine wichtige Voraussetzung daf\u00fcr, selbstbewusst und erfolgreich zu sein. Ihr Schwerpunktthema ist die Kommunikationspsychologie, die im Bereich der Selbstvermarktungsstrategien immer wieder wichtiges Anwendungswissen bietet.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column][vc_column_text]Das Bewerbungsanschreiben ist fertig, Sie sind zufrieden mit dem, was Sie formuliert haben. 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